„Bleibet hier und wachet mit mir“
Dieses kurze Wort erinnert an Jesus im Garten Gethsemane. Jesus weint, Jesus betet. Die Jünger sind bei ihm – und doch schlafen sie ein, während er Stunden der Angst und Verzweiflung durchlebt.
„Wie kann das sein?“ fragen wir uns.
Und zugleich wissen wir: Auch wir schauen manchmal weg. Vielleicht, weil wir das Leid nicht ertragen können. Vielleicht, weil wir uns hilflos fühlen.
Die Passionszeit lenkt unseren Blick auf das Leiden in der Welt – nah und fern. Sie erinnert uns daran, nicht gleichgültig zu bleiben, sondern:
an die zu denken, die verzweifelt sind,
mitzufühlen,
mitzubeten.
Manchmal ist das wie eine Umarmung – Halt geben, Anker sein.
Wo Mitgefühl wächst, löst sich Starre. Lasten werden leichter. Hoffnung keimt – mitten in der Traurigkeit. Zart wie eine Frühlingsblume nach einem langen Winter.
Ich möchte einen Moment verweilen beim weinenden Jesus.
Die Passionszeit lädt uns dazu ein: stehen zu bleiben, hinzusehen, mitzugehen auf dem Weg zum Kreuz – und darauf zu vertrauen, dass Gottes Kraft größer ist als alle Dunkelheit.
Brigitte Mehl