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Ein langer dorniger Weg
Rosen haben bekanntlich keine Dornen, sondern Stacheln, also leicht zu entfernende piksende Auswüchse. Anders als etwa Kakteen, deren Blätter im Laufe der Evolution zu Dornen wurden, die als Organe der Pflanze fest mit ihr verbunden sind. Weil Dornen mit ihren unangenehmen Eigenschaften zu bestimmten Pflanzen untrennbar dazugehören, konnten sie zum Sinnbild werden für schwierige, durch Verluste, Hindernisse oder Rückschläge geprägte Lebensläufe. Wer einen dornigen Weg einschlagen muss, hat eine besonders heikle, anstrengende und oft schmerzhafte Etappe zu einem bestimmten Ziel vor sich. In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, dass sich Gott dem Mose vor dem Auszug seines Volkes aus Ägypten ausgerechnet in einem Dornenbusch zu erkennen gibt (2. Mose 3). Das Leben in Unfreiheit, aber stets gut versorgt an den Fleischtöpfen Ägyptens (vgl. 2. Mose 16,3), endet abrupt mit der entbehrungsreichen vierzigjährigen Flucht des Gottesvolkes durch die Wüste in das gelobte Land. Unser Kirchenjahr bildet einen solchen Umbruch an der Schnittstelle zwischen der zurückliegenden Weihnachtszeit und dem Aschermittwoch als Beginn der siebenwöchigen Fastenzeit vor Ostern sehr eindrücklich ab. Das Leben in festlicher Fülle und unbeschwerter Ausgelassenheit mit seinem karnevalistischen Höhepunkt am Rosenmontag findet ein abruptes Ende. Hieß der Monatsspruch für Februar noch: Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das der HERR, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat (5. Mose 26,11), so ist nun die von Verzicht und Entbehrung geprägte Fastenzeit angebrochen, in der des Leidensweges Jesu bis in den elend qualvollen Tod am Kreuz gedacht wird. Der Monatsspruch für März lautet: Da weinte Jesus (Joh 11,35). Was sich durchhält in der Geschichte des Gottesvolkes, zu dem auch Jesus gehört, der mit Dornen gekrönt am Kreuz starb, ist die Gegenwart Gottes, die gerade dort erfahren wird, wo der Lebensweg am dornigsten und der Durst nach Gottes Liebe zum Leben am größten ist. Das lässt hoffen – gerade auch in nicht so rosigen Zeiten.
Pastor Martin Haasler 

 

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